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Ektosymbionten - Zurück in die Stadt!

XELLA-Realisierungswettbewerb "Zurück in die Stadt" (Ankauf)


Gegenstand des Wettbewerbes „Zurück in die Stadt“ sind neue Wohnkonzepte, die in Form von Dachparasiten die Dächer urbaner Gebäude besetzen und neben einem hohen gestalterischen Niveau, eine Antwort auf fehlende Bauplätze im innerstädtischen Raum formulieren.

Unser Beitrag:

Das parasitäre Besiedeln von Dachflächen und damit verbundene Qualitäten wie Luftigkeit, Höhe, Ausblicke, gute Belichtung, individuelles Wohnen durch Nutzung eines zum klassischen Wohnen konträren Wohn- und Lebenskonzeptes und ein damit verbundener Lifestyle bedingen sich gegenseitig und stellen die Ausgangspunkte für den Entwurf dar.

Diese Qualitäten, die Ausblicke über die Stadt und deutliche räumliche Abtrennung von den herkömmlichen Wohnsituationen sind es, die das Wohnen auf dem Dach reizvoll machen. Im Entwurf werden sie durch eine radikale Offenheit der Grundrisse (große Räume zonieren sich lediglich durch Höhenversprünge im Raum) herausgearbeitet. Der fast völlige Verzicht auf Innenwände ermöglicht ein Höchstmaß an Individualität bei der Organisation von Abläufen des Wohnens und der Gestaltung der Innenräume. Das Wohnen wird zum Statement und entwickelt einen eigenen Stil, verbunden mit einer experimentellen Lebensart.

Grundlage ist ein modulares System, das wie ein sich ansiedelnder Parasit (Symbiont als den Wirt nicht schädigendes, sondern ergänzendes Lebewesen) wachsen und schrumpfen kann. Je nach Wachstum entsteht ein individuell auf den Bauplatz angepaßtes Gesamtgebilde mit eigenem, lockerem Fassadenspiel, das in seiner sich entwickelnden Formensprache ein Eigenleben führt.

Drei Grundmodule bilden den raumbildnerischen und optischen Grundbaustein für eine an jedem Bauplatz individuell entstehende, aus einer parasitären (symbiotischen) Besiedlung abgeleitete Gesamtstruktur.

Tragkonstruktion: Aus Gründen der Einfachheit der Konstruktion wird nicht zwischen Dach und Wand unterschieden. Die drei Grundmodule bestehen im Wesentlichen aus 4 Wandscheiben. Die zwei offenen Seiten dienen der Belichtung und werden räumlich durch eine Glasmembran abgeschlossen. Die Außenhaut bietet Schutz vor Witterungseinflüssen, dichtet das Gebäude ab, schützt vor Kälte und dient z.T. als Energieproduzent - die äußere Schicht besteht teilweise aus einer wasserdichten Kunstharzbeschichtung, teilweise aus flexiblen Dachbahnelementen mit amorphen Dreischicht-Photovoltaikzellen.

Ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit wird durch den jeweils anpassbaren Grad der Vorfertigung erreicht. Das radikal offene Grundrisskonzept minimiert die nötigen Einbauten und reduziert teure Bauteile auf ein Minimum.

Erklärung: Ektosymbionten / Ektosymbiose

Unter Ektosymbiose versteht man das Zusammenleben zweier Arten (interspezifische Beziehung), die zum gegenseitigen Vorteil eng miteinander verbunden sind (griech: symbiosis = Zusammenleben). Die Symbionten leben außerhalb voneinander (griech: ektos = außen). Das Gegenstück zur Ektosymbiose bildet die Endosymbiose.

Als ein Paradebeispiel gilt hierbei der Einsiedlerkrebs mit einer Schmarotzerrose. Die Schmarotzerrose klettert mit Hilfe des Krebses auf sein Schneckenhaus und hält daraufhin alle Feinde fern. Als Gegenleistung profitiert sie von der Mobilität des Krebses und darf sich an den Mahlzeiten beteiligen. Viele Einsiedlerkrebse nehmen ihre Schmarotzerrose sogar bei einem Umzug mit auf ihr neues Haus.

(Quelle: Wikipedia)


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